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Dipl. Psych. Eskil Burck
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    KI vs. Psychologen: Warum wir auf das künstliche Mitgefühl reinfallen.

    05/09/2026 | 10min
    Trösten ohne Herz: Warum wir auf künstliches Mitgefühl hereinfallen

    Sind Maschinen mittlerweile die besseren Zuhörer? Eine Studie aus dem Jahr 2025 hat in einem wissenschaftlichen Blindtest untersucht, wie gut Künstliche Intelligenz (basierend auf GPT-4) im Vergleich zu echten Experten therapeutische Ratschläge geben kann. Das Ergebnis ist absolut verblüffend!

    Die wichtigsten Fakten aus dem Experiment:

    KI siegt bei wahrgenommener Empathie: Die Antworten der KI wurden signifikant empathischer bewertet als die der echten Therapeuten.

    Gleiche Qualität: Bei der wissenschaftlichen Qualität und der kognitiven Empathie lagen die KI und die Experten gleichauf.

    Der absolute Blindflug: Die teilnehmenden Psychologen konnten nicht zuverlässig unterscheiden, ob ein Text von der KI oder einem menschlichen Kollegen geschrieben wurde.

    Die Täuschung: Wenn Testpersonen glaubten, ein Text stamme von einem Experten, bevorzugten sie diesen zu über 93 Prozent – unabhängig davon, ob er wirklich von einem Menschen stammte.

    Wichtige Einschränkungen (Limitationen):

    Bei aller Begeisterung ordnet die Wissenschaft die Ergebnisse nüchtern ein:

    Keine echte Therapie: Die KI beantwortete lediglich einmalige Leserbriefe. Dies kann eine echte Psychotherapie nicht ersetzen, da der Aufbau einer echten therapeutischen Beziehung und menschlichen Vertrauens fehlt.

    Gefahr der Einsamkeit: Wer sich zu sehr an eine stets zustimmende KI gewöhnt, könnte im echten Leben Schwierigkeiten mit menschlichen Konflikten bekommen. Eine Langzeitstudie deutet an, dass exzessive KI-Nutzung als sozialer Ersatz langfristig sogar einsamer machen kann.

    Studien:

    Föyen, L. F. et al. (2025). Artificial intelligence vs. human expert... Internet Interventions, 41.

    Therabot-Studie (Therapie-Chatbot): Heinz, M.V. et al. (2025). Evaluating therabot: a randomized control trial... NEJM AI.

    Langzeitstudie (KI und Einsamkeit): Folk, D. and Dunn, E. How does turning to AI for companionship predict loneliness and vice versa? (Preprint).

    Umfrage zur Nutzung (Community und Experten): Cross, S. et al. (2024). Use of AI in mental health care: community and mental health professionals survey. JMIR Ment. Health, 11.

    Bücher und Podcasts von Dipl. Psych. Eskil Burck:

    Buch: Angst - Was hilft wirklich gegen Angst und Panikattacken?
    (https://psychologie-lernen.de/buecher/angst-was-hilft-wirklich-das-buch/)

    Die Macht der Situation - Das Buch:
    http://psychologie-lernen.de/die-macht-der-situation-wovon-sich-menschen-im-alltag-manipulieren-lassen-eskil-burck/?preview=true

    Das manipulierte Gehirn - Das Buch:
    http://psychologie-lernen.de/das-manipulierte-gehirn-psychologie-der-unbewussten-beeinflussung-eskil-burck/

    Audio-Podcast: Angst – Was hilft wirklich?
    https://podcasts.apple.com/de/podcast/angst-was-hilft-wirklich-gegen-angst-und-panikattacken/id1450856027
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    Motivationspsychologie: Das Rubikonmodell

    09/08/2026 | 13min
    Was ist Motivation? Wie lässt sich der motivationale Prozess von der Entscheidung („Das will ich tun!“) bis hin zur tatsächlichen Ausführung einer Handlung beschreiben? Eines der prominentesten Motivationsmodelle ist das sogenannte Rubikonmodell der Handlungsphasen von Heinz Heckhausen. Es berücksichtigt nicht nur die Rolle der Motivation, sondern auch die Rolle der Volition (Willensprozesse).

    Keywords:
    Psychologie, Gehirn, Motivation, Volition, Heckhausen, Rubikonmodell

    Für Fragen und Feedback:

    http://www.psychologie-lernen.de/

    Autor: Dipl. Psych. Eskil Burck
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    Zwangsstörung heilen: Ist die Standard-Therapie wirklich die beste? (Studie: KVT vs. EMDR)

    20/06/2026 | 8min
    Ist EMDR eine echte Alternative zum „Goldstandard“ KVT bei Zwangsstörungen? Wir werfen einen Blick auf die Wissenschaft!

    Wenn es um die Behandlung von Zwangsstörungen (OCD) geht, führt meist kein Weg an der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) vorbei. Doch was ist mit EMDR, einer Methode, die eigentlich aus der Traumatherapie kommt? Eine spannende Studie von Marsden et al. (2018) hat genau diese beiden Methoden gegeneinander antreten lassen. Die Ergebnisse sind überraschend – und haben ein wichtiges statistisches Detail, das wir uns genau ansehen müssen.

    Was ist eigentlich der „Goldstandard“? (ERP erklärt)
    Die weltweit am besten untersuchte und empfohlene Methode ist die KVT mit Exposition und Reaktionsmanagement (auf Englisch: Exposure and Response Prevention, kurz ERP). Das Prinzip klingt simpel, ist aber harte Arbeit: Patienten setzen sich gezielt den Situationen aus, die ihren Zwang auslösen (z. B. Türklinken anfassen), verzichten dann aber bewusst auf die sonst übliche Zwangshandlung (z. B. Händewaschen). Ziel ist es zu lernen, dass die Angst von alleine sinkt, ohne dass man das Ritual durchführt.

    Die Studie: EMDR vs. ERP
    In der untersuchten randomisiert-kontrollierten Studie wurden 55 Teilnehmer mit Zwangsstörungen zufällig auf zwei Gruppen aufgeteilt:

    Die EMDR-Gruppe: Diese Patienten erhielten eine spezielle Anpassung des EMDR-Protokolls für Zwänge. Dabei wurden mit Hilfe der schnellen Augenbewegungen sowohl aktuelle Auslöser (die Zwangsgedanken) verarbeitet, dann Zukunftsszenarien als auch mögliche traumatische Ereignisse aus der Vergangenheit.

    Die KVT (ERP)-Gruppe: Diese Patienten erstellten eine „Angst-Hierarchie“ und übten systematisch, sich den Ängsten zu stellen (in vivo und in der Vorstellung), ohne die Zwangshandlungen auszuführen.

    Die Ergebnisse: Ein statistisches Dilemma? Das Fazit der Forscher auf den ersten Blick: Beide Methoden funktionieren! Es gab statistisch keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen – beide zeigten Verbesserungen.

    ABER – Der Blick auf die Zahlen (Numerical Trend): Hier wird es spannend: Wenn man sich die reinen Zahlen ansieht, hatte die KVT (ERP) die Nase vorn.

    Der Effekt der Symptomreduktion war bei der KVT etwas stärker (Cohen’s d = -0.24 zugunsten der KVT).

    Mehr Patienten in der KVT-Gruppe erreichten eine „klinisch signifikante Verbesserung“ (40,0 % bei KVT vs. 21,4 % bei EMDR).

    Warum war das Ergebnis dann „nicht signifikant“? Das Problem war vermutlich vermutlichdie statistische Power. Mit nur 55 Teilnehmern war die Stichprobe zu klein, um diesen kleineren Vorteil der KVT statistisch zweifelsfrei zu beweisen. Man kann also vermuten: Hätte man 500 statt 55 Leute getestet, wäre die KVT wahrscheinlich auch statistisch als die überlegene Methode bestätigt worden.

    Fazit: EMDR erwies sich als machbare Alternative, besonders für Menschen, die ERP nicht machen können oder wollen. Dennoch bleibt die ERP (KVT) numerisch und basierend auf der breiten Studienlage der unangefochtene Platzhirsch.

    Studie: Marsden, Z., Lovell, K., Blore, D., Ali, S., and Delgadillo, J. (2018). A randomized controlled trial comparing EMDR and CBT for obsessive-compulsive disorder. Clinical Psychology and Psychotherapy, 25, e10–e18. https://doi.org/10.1002/cpp.2120

    Bücher und Podcasts von Dipl. Psych. Eskil Burck:

    Buch: Angst - Was hilft wirklich gegen Angst und Panikattacken?
    (https://psychologie-lernen.de/buecher/angst-was-hilft-wirklich-das-buch/)

    Die Macht der Situation - Das Buch:
    http://psychologie-lernen.de/die-macht-der-situation-wovon-sich-menschen-im-alltag-manipulieren-lassen-eskil-burck/?preview=true

    Das manipulierte Gehirn - Das Buch:
    http://psychologie-lernen.de/das-manipulierte-gehirn-psychologie-der-unbewussten-beeinflussung-eskil-burck/

    Audio-Podcast: Angst – Was hilft wirklich?
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    ADHS-Medikamente: Warum der "Limitless"-Effekt nur Einbildung ist!

    02/04/2026 | 6min
    ADHS-Pillen bei Gesunden? Der Placebo-Effekt ist stärker als die Droge!

    Viele Studenten und High-Performer greifen zu ADHS-Medikamenten wie Adderall, um ihre kognitive Leistung zu steigern. Doch bringt das wirklich etwas, wenn man gar kein ADHS hat? Eine faszinierende Studie der University of Alabama zeigt: Der Effekt ist größtenteils Einbildung!

    Die Studie (Cropsey et al., 2017): Die Forscher nutzten ein sogenanntes "Balanced Placebo Design" mit 32 gesunden Studenten (ohne ADHS). Das Besondere: Es gab vier Szenarien. Man bekam entweder das Medikament (Adderall) oder ein Placebo, wurde aber manchmal richtig informiert und manchmal angelogen ("Hier ist deine Pille", obwohl es Zucker war, und umgekehrt).

    Die Tests: Die Teilnehmer mussten eine ganze Reihe an kognitiven Tests absolvieren, darunter:

    - Gedächtnis: Wörter merken (CVLT-II) und Zahlenreihen (Digit Span).

    - Aufmerksamkeit: Der "Connors Continuous Performance Task" (CPT) – hier muss man dauerhaft konzentriert bleiben und auf bestimmte Signale reagieren.

    - Wortgewandtheit: Schnell Wörter zu bestimmten Buchstaben finden (COWAT).

    - Exekutive Funktionen: Multitasking und Planung (Trails A/B, Stroop Test).

    Die Ergebnisse:

    Keine Super-Intelligenz: Das Medikament verbesserte die Leistung in 29 von 31 Tests überhaupt nicht. Es gab nur minimale Verbesserungen bei sehr einfachen Aufgaben (wie dem Merken der ersten Wörter einer Liste).

    - Der Glaube versetzt Berge: Wer glaubte, das Medikament bekommen zu haben (egal ob es stimmte oder nicht), zeigte bessere Leistungen im Langzeitgedächtnis und bei der Aufmerksamkeit als diejenigen, die glaubten, ein Placebo zu haben.

    - Subjektive Täuschung: Wer glaubte, auf Droge zu sein, bewertete seine eigene Leistung viel besser – unabhängig von den tatsächlichen Ergebnissen.

    Fazit: Für gesunde Menschen bringen diese Medikamente kaum einen objektiven Vorteil für komplexe Aufgaben. Der "Boost", den viele spüren, ist oft nur der Placebo-Effekt – die bloße Erwartung, dass man jetzt leistungsfähiger ist.
    Quellen:

    Buergler, S., Sezer, D., Bagge, N., Kirsch, I., Locher, C., Carvalho, C., and Gaab, J. (2023). Imaginary pills and open-label placebos can reduce test anxiety by means of placebo mechanisms. Scientific Reports, 13(1), 2624.

    Cropsey, K. L., et al. (2017). "Mixed-amphetamine salts expectancies among college students: Is stimulant induced cognitive enhancement a placebo effect?" Drug and Alcohol Dependence.

    Esposito, M., Cocimano, G., Ministrieri, F., Rosi, G. L., Di Nunno, N., Messina, G., ... and Salerno, M. (2021). Smart drugs and neuroenhancement: what do we know?. Frontiers in Bioscience-Landmark, 26(8), 347-359.

    Whitehurst, L. N., Morehouse, A., and Mednick, S. C. (2024). Can stimulants make you smarter, despite stealing your sleep?. Trends in Cognitive Sciences, 28(8), 702-713.

    Winkler, A., and Hermann, C. (2019). Placebo-and nocebo-effects in cognitive neuroenhancement: when expectation shapes perception. Frontiers in Psychiatry, 10, 498.

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    Buch: Angst - Was hilft wirklich gegen Angst und Panikattacken?
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    Audio-Podcast: Angst – Was hilft wirklich?
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    Experiment in öffentlicher Toilette: Wie viele waschen sich ihre Hände, wenn...

    14/02/2026 | 5min
    Das Gefühl, beobachtet zu werden, kann das menschliche Verhalten signifikant beeinflussen. Eine Feldstudie untersuchte diesen Effekt im Kontext der Händehygiene und liefert bemerkenswerte Ergebnisse.

    In der Untersuchung von Pfattheicher et al. (2018) wurde das Händewaschverhalten von 354 Frauen in einer öffentlichen Damentoilette an einer Universität analysiert. Über dem Waschbecken wurde ein Poster mit der Botschaft "Hände verbreiten Krankheitserreger. Händewaschen schützt." angebracht. Das entscheidende Detail war ein Bildelement über diesem Text, welches systematisch variiert wurde.

    In der Kontrollbedingung waren über dem Text drei Sterne abgebildet. Unter diesen Umständen betrug die Compliance, also der Anteil der Frauen, die Seife benutzten, 71,9 % (Pfattheicher et al., 2018).

    In der Experimentalbedingung wurden die Sterne durch ein Piktogramm neutral blickender Augen ersetzt. In Anwesenheit dieser "beobachtenden Augen" stieg die Händewasch-Compliance signifikant auf 83,3 % an (Pfattheicher et al., 2018).

    Die Studie demonstriert eindrücklich, wie subtile psychologische Anreize, sogenanntes "Nudging", prosoziales und gesundheitsförderndes Verhalten im öffentlichen Raum effektiv steigern können...

    Quellen:

    Bateson, M., Callow, L., Holmes, J. R., Redmond Roche, M. L., and Nettle, D. (2013). Do images of ‘watching eyes’ induce behaviour that is more pro-social or more normative? A field experiment on littering. PloS one, 8(12), e82055.

    Dear, K., Dutton, K., and Fox, E. (2019). Do ‘watching eyes’ influence antisocial behavior? A systematic review and meta-analysis. Evolution and Human Behavior, 40(3), 269-280.

    Ekström, M. (2012). Do watching eyes affect charitable giving? Evidence from a field experiment. Experimental Economics, 15(3), 530-546.

    Lv, J., Xin, Z., Zhang, H., Du, X., Zheng, Y., and Zhong, Z. (2025). Watching eyes effect on prosocial behaviours: Evidence from experimental games with real interaction. Current Psychology, 44(3), 1920-1932.

    Manesi, Z., and Pollet, T. V. (2017). No support for the watching eyes effect across three" lost letter" field experiments. Letters on Evolutionary Behavioral Science, 8(1), 12-15.

    Oda, R., and Ichihashi, R. (2016). The watching eyes effect on charitable donation is boosted by fewer people in the vicinity. Letters on Evolutionary Behavioral Science, 7(2), 9-12.

    Pfattheicher, S., Strauch, C., Diefenbacher, S., and Schnuerch, R. (2018). A field study on watching eyes and hand hygiene compliance in a public restroom. Journal of Applied Social Psychology, 48(4), 188-194.

    Bücher und Podcasts von Dipl. Psych. Eskil Burck:

    Buch: Angst - Was hilft wirklich gegen Angst und Panikattacken?
    (https://psychologie-lernen.de/buecher/angst-was-hilft-wirklich-das-buch/)

    Die Macht der Situation - Das Buch:
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Generated: 9/7/2026 - 8:59:57 AM