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Was liest du gerade?

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  • Was liest du gerade?

    Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt

    07/2/2026 | 50min
    Die Regisseurin und Schriftstellerin Lola Randl hatte vor einigen Jahren
    Berlin den Rücken gekehrt und ist in die brandenburgische Provinz
    gezogen. Im uckermärkischen Gerswalde bewirtschaftete die Künstlerin mit
    ihrer Familie einen Garten und schuf einen bekannten Treffpunkt für
    Wochenendausflügler. Gerswalde wurde zum Ort für Berliner Hipster und
    Glückssucher aller Art, die in einem von Japanerinnen betriebenen
    Restaurant zusammenfanden. In ihrem neuen Buch "Der lebende Beweis"
    erzählt Lola Randl literarisch vom Scheitern dieses Lebensprojekts, vom
    distanzierten Verhältnis zu den Einheimischen und brüchigen Beziehungen
    – und von einem Aufbruch ins Ungewisse.
    Der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Michael Wildenhain hingegen
    hat einen opulenten Großstadtroman vorgelegt und entführt uns in das
    düstere West-Berlin Ende der Sechzigerjahre. Erzählt wird in "Das Ende
    vom Lied" aus der Perspektive eines Jugendlichen. Der Vater war mit nur
    einem Bein aus dem Krieg zurückgekehrt, die Mutter war aus dem Osten
    geflüchtet. Und der Junge? Der wächst jetzt inmitten von Ruinen,
    Straßengangs und dreckigen Kneipen auf. Wäre da nicht die Liebe … Und
    wären da nicht so viele politische Ideale in der Luft, die leider
    schnell ins Militante abdriften.
    In unserem Klassiker sprechen wir über das Werk von Annemarie
    Schwarzenbach. Die Freundin von Erika und Klaus Mann war eine
    hinreißende Reisereporterin und hat in den Dreißigerjahren den Nahen
    Osten bereist.
    Unser Zitat des Monats kommt aus dem neuen Roman "Mein gelber Pullover"
    von Ursula März.

    Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].

    Literaturangaben:

    - Lola Randl: "Der lebende Beweis". Roman. Matthes & Seitz Verlag,
    Berlin 2026, 188 Seiten, 22 EUR
    - Michael Wildenhain: "Das Ende vom Lied". Roman. Klett-Cotta Verlag,
    Stuttgart 2026, 416 Seiten, 26 EUR
    - Annemarie Schwarzenbach: "Orientreisen. Reportagen aus der Fremde".
    Ebersbach & Simon Verlag, 2017, 141 Seiten, 18 EUR
    - Ursula März: "Mein gelber Pullover". Roman. Piper Verlag, 2026, 176
    Seiten, 22 EUR

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  • Was liest du gerade?

    Weniger Regeln, mehr Action

    24/1/2026 | 1h 5min
    Mehr Freiraum, weniger Zwänge, sich nicht mehr ständig einengen lassen:
    Wer träumt nicht davon? Ob und wie das klappen könnte, darüber sprechen
    Maja Beckers und Alexander Cammann in der neuen Sachbuchfolge von "Was
    liest du gerade?": Der Soziologe Hartmut Rosa hat über dieses Problem
    sein neues, bereits viel diskutiertes Buch "Situation und Konstellation"
    geschrieben. Wie können wir überhaupt noch selbstständig handeln, wenn
    die Spielräume in der Gesellschaft immer kleiner werden? 

    Familiengeschichten boomen, gerade wenn es um die Verstrickung der Ahnen
    in den Nationalsozialismus geht. Christina Strunck hat daraus ein
    faszinierendes, erschütterndes Projekt gemacht: Minutiös zeichnet sie in
    ihrem Buch "Die Aufsteiger" ein Gesellschaftsporträt am Beispiel der
    Kleinstadt Sprendlingen in der Nazizeit – und rekonstruiert die dunklen
    Flecken in einer ganz normalen deutschen Familie. 

    Das Zitat des Monats liefert diesmal Amanda Montell in ihrem Buch
    "Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie erkennen": Bei der
    Lektüre merkt man, wie wichtig Sprache für unsere Identität ist. 

    In der Klassikerrubrik stellen wir ein Buch vor, das schon 1963 glasklar
    und stilistisch glänzend die Wirkungen rechten Denkens analysierte:
    Fritz Sterns "Kulturpessimismus als politische Gefahr" über den Einfluss
    reaktionärer Intellektueller in Deutschland lange vor 1933. Der 2016
    verstorbene Historiker emigrierte 1938 nach Amerika – pünktlich zum 100.
    Geburtstag des 2016 Verstorbenen wird jetzt sein leider brandaktuelles
    Buch wieder aufgelegt. 

    Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].
     

    Literaturangaben:

    - Amanda Montell: "Cultish. Fanatische Sprache und woran wir sie
    erkennen". Aus dem amerikanischen Englisch von Florian Kranz und
    Andrea Schmittmann. HarperCollins, 350 Seiten, 25 Euro
    - Christina Strunck: "Die Aufsteiger. Deutscher Mittelstand unter
    Hitler: Eine Familiengeschichte". Rowohlt, 431 Seiten, 28 Euro
    - Hartmut Rosa: "Situation und Konstellation. Vom Verschwinden des
    Spielraums". Suhrkamp, 247 Seiten, 25 Euro
    - Fritz Stern: "Kulturpessimismus als politische Gefahr. Eine Analyse
    nationaler Ideologie in Deutschland". Aus dem Amerikanischen von
    Alfred P. Zeller. Klett-Cotta, 496 Seiten, 25 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Vom Morden und vom Lieben

    17/1/2026 | 43min
    Der britische Booker Prize zählt zu den renommiertesten
    Literaturauszeichnungen weltweit. Erhalten hat ihn vor Kurzem David
    Szalay für seinen Roman "Flesh", der auf Deutsch unter dem Titel "Was
    nicht gesagt werden kann" erschienen ist. Iris Radisch und Adam
    Soboczynski sprechen in der neuen Folge des Bücherpodcasts "Was liest du
    gerade?" über dieses hinreißende Werk. Es handelt von István, der mit
    seiner Mutter in einer ungarischen Plattenbausiedlung aufwächst – und
    auf verschlungenen Wegen in die höchsten Kreise Londons gerät. Gelingt
    ihm der soziale Aufstieg? Was bedeutet es heute, männlich zu sein? Ist
    er ein Mörder? Und wenn ja, trotzdem ein guter Mensch? Szalay führt uns
    in die Abgründe menschlicher Existenz.

    Was man auch über Bodo Kirchhoffs umfangreichen Liebesroman
    "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt" sagen kann: Terese reist
    ihrem Mann nach Indien hinterher, um ihn mit seiner Geliebten zu
    erwischen. Kann das gut gehen?
    Unser Klassiker ist diesmal Herman Melvilles berühmte Erzählung
    "Bartleby der Schreiber". Sie handelt vom großen Neinsager der
    Literatur: Sich im Bürojob jeder Tätigkeit zu verweigern, wird hier zum
    Lebensmotto der Moderne schlechthin.

    Unser Zitat des Monats kommt aus dem Erzählungsband "Stories 2" der
    amerikanischen Schriftstellerin Joy Williams.

    Das Team von "Was liest du gerade?" erreichen Sie
    unter [email protected]
    Literaturangaben:

    - David Szalay: "Was nicht gesagt werden kann". Roman. A. d. Engl. v.
    Henning Ahrens. Claassen Verlag, Berlin 2025, 384 Seiten, 25,00 EUR
    - Bodo Kirchhoff: "Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt". Roman.
    dtv, München 2026, 576 Seiten, 28,00 EUR
    - Herman Melville: "Bartleby, der Schreiber". A. d. Engl. v. Jürgen
    Krug. Insel Verlag, Berlin 2019, 88 Seiten, 14,00 EUR
    - Joy Williams: "Stories 2". A.d. Engl. v. Julia Wolf. dtv, München
    2025, 320 Seiten, 26,00 EUR

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  • Was liest du gerade?

    So war das Sachbuchjahr 2025

    27/12/2025 | 49min
    Das Jahr geht vorbei, Zeit für Bilanzen. Maja Beckers und Alexander
    Cammann schauen in dieser letzten Sachbuch-Folge von Was liest Du
    gerade? im Jahr 2025 auf Bücher, die für spezielle Trends stehen oder
    große Themen des Jahres diskutieren. In der Rubrik „Der erste Satz“ geht
    es um ein Zitat aus dem Buch der Journalistin Eva Thöne unter dem Titel
    Weibliche Macht neu denken: Steckt im Kampf um Sichtbarkeit auch eine
    Gefahr für den Feminismus?

    Katja Gloger und Georg Mascolos Buch Das Versagen über die deutsche
    Russlandpolitik steht seit Wochen auf den Bestsellerlisten. Ihre
    investigative Recherche liefert auf der Basis zahlloser Dokumente und
    Interviews mit Akteuren und Zeitzeugen einen schonungslosen Blick hinter
    die Kulissen von Außen- und Wirtschaftspolitik vor dem russischen
    Überfall auf die Ukraine.

    Gesprächsbücher lagen in diesem Jahr im Trend: Die Politikerin Ricarda
    Lang und der Soziologe Steffen Mau liefern in ihrem Buch Der große
    Umbruch eines davon. Beide melden sich oft in den Medien zu Wort – wie
    funktioniert ihr Langgespräch aus zwei ganz unterschiedlichen
    Perspektiven über die Krisen unserer Gegenwart?

    In der „Klassiker“-Rubrik erinnern wir an den TV-Moderator, Journalisten
    und Buchliebhaber Roger Willemsen, der vor zehn Jahren gestorben ist:
    Unter dem Titel Liegen Sie bequem? sind viele seiner Texte, Kolumnen und
    Interviews in einem Sammelband erschienen, der um seine Begeisterung für
    das Lesen und die Literatur kreist. So steigt garantiert die Vorfreude
    auf das Lesejahr 2026!

    Das Team von "Was liest Du gerade?" erreichen Sie unter [email protected].

    Literaturangaben:

    - Eva Thöne: Weibliche Macht neu denken. Hanser Berlin, 240 Seiten, 24
    Euro
    - Katja Gloger/Georg Mascolo: Das Versagen. Eine investigative
    Geschichte der deutschen Russlandpolitik. Ullstein, 496 Seiten,
    26,99 Euro
    - Ricarda Lang/Steffen Mau: Der große Umbruch. Ein Gespräch über
    Krisen, Konflikte und Kompromisse. Ullstein, 400 Seiten, 24,99 Euro
    - Roger Willemsen: Liegen Sie bequem? Von Lesen und von Büchern,
    hrsg. v. Insa Wilke, S. Fischer, 448 Seiten, 28 Euro

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  • Was liest du gerade?

    Das Unheimliche wird alltäglich

    13/12/2025 | 39min
    In der neuen Folge unseres Literaturpodcasts „Was liest du gerade?“
    stellen Iris Radisch und Adam Soboczynski  eine moderne Naturheilige
    vor, die in Marion Poschmanns Verslegende „Die Winterschwimmerin“ den
    ganzen Winter über in Seen und Flüssen badet und überhaupt eine
    beeindruckende Großstadtnixe ist. Außerdem wollen wir wissen, was die
    Geschichten in Samantha Schweblins Erzählungsband „Das gute Übel“ so
    magisch und intensiv macht. Sind es die unheimlichen Tiere und die
    überraschenden Todesfälle? Oder liegt es an der genial verrutschten
    Perspektive, aus der die in Berlin lebende argentinische Autorin von den
    verrücktesten Ereignissen erzählt?

    In jeder Folge wird auch ein Klassiker der Weltliteratur vorgestellt:
    Heute ist es der aktuell neu entdeckte Exilroman „Abschied von gestern“
    von Lily Körber, der sehr authentisch von der Aufbruchsstimmung und der
    Mentalität der europäischen Emigranten in New York während des Zweiten
    Weltkriegs erzählt. 

    Unser Zitat des Monats kommt aus dem Roman der Pariser Journalistin
    Adèle Van Reeth „Das gewöhnliche Leben“, der eine echte Entdeckung ist.
    Außerdem: Geschenktipps zu Weihnachten. 

    - Marion Poschmann: Die Winterschwimmerin. Suhrkamp Verlag
    - Samantha Schweblin: Das gute Übel, Suhrkamp Verlag
    - Lily Körber: Abschied von Gestern; aus dem Englischen von Beate
    Swoboda, Verlag das kulturelle Gedächtnis
    - Adèle Van Reeth: Das gewöhnliche Leben, aus dem Französischen von
    Joachim Unseld, Frankfurter Verlagsanstalt

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Wer ist nun besser: Kehlmann oder Kafka? Und was macht ein wirklich gutes Buch mit seinen Lesern und Leserinnen? Zweimal im Monat streiten und schwärmen wir über Bücher. Wir suchen aus der Fülle der Neuerscheinungen die interessantesten Bücher aus – mit Vorliebe solche, die uns selbst auf neue Gedanken gebracht haben. Es geht um neu erschienene Romane und Sachbücher und literarische Klassiker, die überraschende Schlaglichter auf die Gegenwart werfen. Im Wechsel sprechen aus der ZEIT-Redaktion Adam Soboczynski und Iris Radisch über Belletristik sowie Maja Beckers und Alexander Cammann über Sachbücher. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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Generated: 2/10/2026 - 10:48:58 AM